Das Springturnier

 

von Eleonore G.

 

 

Hallo, ich heiße Lisa. Ich erzähle euch vom alljährlichen Himmelbergspringturnier. Das findet gerade heute statt. Ich bin schon seit Wochen aufgeregt. Meine Freundinnen und ich trainieren schon sehr lange dafür. Nur leider müssen wir gegeneinander antreten, aber das ist auch irgendwie cooler.

 

„Lisa, du musst dich aber schon beeilen, wenn du rechtzeitig da sein willst!“

 

„Ja, Papa, lass mich doch wenigstens Spirit satteln.“

 

„Aber beeil dich!“

              „Ja, das werde ich.“    

Mein Vater ist ziemlich nervig, wenn es darum geht, pünktlich zu einem Turnier zu kommen. Da hat man nicht mal die Zeit, in Ruhe sein Pferd zu satteln oder die Decke aufzulegen. Und meine kleine Schwester Violetta ist auch nicht gerade die allerbeste in Unnervigkeit.

              „Papa, wieso kann ich denn nicht auch  beim Himmelbergturnier mitreiten, schließlich springe ich auch schon ziemlich gut?“, die Frage musste meine Schwester natürlich stellen.             „Tja, es ist nämlich für Nachwuchsreiter und du bist erst 11. Da kannst du eben noch nicht mitmachen“, sagte mein Vater.             „Das ist aber voll blöd“, nörgelte Violetta.             „So ist es eben.“             „Papa, wir können los“,  unterbrach ich die beiden.             „Prima!“

Während ich noch schnell die Decke auf Spirit festmachte, holte mein Vater den Wagen und den Pferdetransporter, mit dem wir zum Himmelberghof fahren würden.

              „Alle Mann einsteigen!“               „Ich bin aber kein Mann, Papa!“, kicherte meine Schwester.

Als wir im Himmelberghof ankamen, herrschte überall Chaos. In jeder Ecke wurden Pferde gestriegelt und warmgemacht. Viele Menschen ergatterten sich gerade noch einen Platz auf der Tribüne. Manche bekamen aber nur noch Stehplätze. Während ich Spirit vorbereitete und mich mit ihm warmmachte, machten es sich meine Eltern und meine Schwester auf der großen Tribüne gemütlich. Da ich am Turnier teilnehme, hatten sie sich schon vorher Plätze reserviert. Das war eine sehr gute Idee gewesen.

Dieses Jahr fand aber kein gewöhnliches Springturnier statt. Diesmal traten vier Höfe nicht gegeneinander an, sondern einzelne Höfe untereinander, also die Teilnehmer von einem Hof wie bei uns zum Beispiel von dem Hof „Zum kleinen Galopp“. Da müssen meine Freundinnen und ich gegeneinander antreten. Jenny, Lina und Marie, das sind meine aller-, aller-, allerbesten Freundinnen auf der Welt.

Als allererste von unserem Hof kam Lina auf ihrer weißen Araberstute Windy dran. Sie ritt auf das erste Hindernis zu und übersprang es problemlos. Beim zweiten riss sie aus Versehen eine Stange, schaffte das dritte Hindernis aber fehlerlos. Dann ging es auf zum vierten Hindernis. Ein perfekter Sprung war das! Das fünfte meisterte sie, das sechste – und das siebte. Beim achten Hindernis riss sie eine Hürde.

Nun war Jenny auf ihrer Apfelschecken-Stute dran. „Hüa, na los, komm schon, Scarlett“, forderte Jenny ihr Pferd auf. Das erste Hindernis – problemlos. Das zweite Hindernis – „perfecto“.  Das dritte Hindernis war auch nicht schlecht, das vierte Hindernis riss sie, aber da sie bis dahin alles richtig hatte, würde es sich bestimmt nicht so sehr auf ihre Platzierung auswirken. Die restlichen Hindernisse schaffte Jenny fehlerlos.

Tja, nun war ich dran. Spirit ist ein richtiger Meister im Springen. Das erste Hindernis – „null problemo“ für uns. Das zweite auch nicht. Das dritte überhaupt nicht. Das vierte – leicht berührt. Dann kam das fünfte dran, das ist das schwierigste Hindernis, da man dort keine Stange reißen kann. Es ist ein festes Hindernis. Dann kam die kleine Mauer. Die haben wir auch nur ganz leicht berührt. Den Baumstamm haben wir perfekt hingekriegt und das letzte Hindernis auch. Aber naja, im Ganzen war diese Zählung auch wieder nicht so toll.

 

Und dann kam Marie dran auf ihrem englischen Vollblut Dancer. Das erste Hindernis, wie bei uns allen, „null problemo“, das war ja auch eine Stange. Das zweite Hindernis – eine Stange gerissen. Aber das macht nichts. Das dritte Hindernis war sehr gut. Das vierte Hindernis perfekt. Das fünfte wirklich gut. Auch die restlichen Hindernisse schaffte Marie alle perfekt und somit war sie die Gewinnerin des Himmelbergspringturniers, zumindest bei unserem Hof.

 

Am Abend haben wir zu Ehren von Marie ein Lagerfeuer auf dem Hof gemacht. Das war sehr gemütlich. Und wir haben Stockbrot und Marshmallows gegessen. Nur waren die meisten Marshmallows irgendwie nicht in unserem Bauch, sondern im Feuer gelandet. Tja, so ist es eben.

 

Am nächsten Morgen haben wir gleich einen schönen Ausritt zu viert unternommen. Aber davon erzähle ich das nächste Mal.